Archiv für den Monat: Oktober 2011

Gründung am Schalker Markt

Gefährliches Halbwissen…

Nennt mich Erbsenzähler, aber das bloße Überfliegen der ”100 Dinge, die Sie über Schalke wissen sollten“, mit der die WAZ-Mediengruppe, im Internet besser als derwesten.de bekannt, sich langsam aber sicher aufs Derby vorbereiten zu scheint, hat meine Zehennägel sich spontan kräuseln lassen. Gleiches gibt es auch über die Schwattgelben aus der Wellblechhütte, aber das interessiert, wenn überhaupt, nur am alleräußersten Rande.
Obwohl der Schalkeredakteur(?) sogar noch vier Tage länger Zeit gehabt zu haben scheint als der schwattgelbe Kollege, sind diese “100 Dinge” derartig lieblos zusammengeschrieben, dass sie noch nicht mal stimmen:

Screenshot: derwesten.de

Hinterhof ist relativ. Die Siedlung, in der die Bengel gewohnt haben sollen, die auf die sensationelle Idee kamen den geilsten Club der Welt zu gründen, liegt rd. einen Kilometer Luftlinie westlich des Schalker Markts.

 

Screenshot: derwesten.de

Das hat der Rudi mal behauptet. Dennoch gibt es in Gelsenkirchen weitaus größere Arbeitgeber. Spontan fallen mir BP, mit knapp 2000 Arbeitnehmern, und die St. Augustinus GmbH (Marienhospital) ein, bei der die Zahl der Arbeitnehmer sogar noch über der von BP liegen dürfte.

 

Screenshot: derwesten.de

Ernst Kuzorra beendete seine Karriere offiziell 1948. Das Abschiedspiel gegen Athletico Mineiro für ihn und seinen Schwager fand erst am 12.11.1950 statt.

 

Screenshot: derwesten.de

Eigentlich richtig, da er am 16. Oktober 1905 geboren wurde, allerdings wäre er in Bezug auf die obige Aussage zur Zeit seines Karriereendes erst 44 Jahre alt gewesen.

 

Screenshot: derwesten.de

Wenn Ernst Kuzorra seine Karriere mit 45 Jahren beendet hat, kann Klaus Fichtel mit 43 Jahren kaum der älteste Schalke-Spieler gewesen sein.

 

Screenshot: derwesten.de

Vielleicht war der Gerald der einzigartigste, aber nicht der einzige und schon gar nicht der “einzigste“!
Der erste Schalker, der während eines WM-Finales auf dem Platz stand, war Wim Suurbier. Der Niederländer wurde 1978 im WM-Finale gegen Argentinien in der 59. Minute für Wim Jansen eingewechselt.

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Posted from Bochum, Nordrhein-Westfalen, Germany.

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TSG 栗カボチャ von 1899

Die Erwartungen ans Spiel waren im Vorfeld eher gering, da mit dem sypathischen Club aus dem Rhein-Neckar-Kreis ein Gegner zu Gast war, der – zumindest für den FC Schalke 04 – normalerweise für das steht, was man im Volksmund gerne als “Schweinespiel” bezeichnet.

In den traditionsreichen letzten drei Bundesligajahren der Sinsheimer hatten es die Blauen doch schliesslich fertig gebracht sagenhafte fünf (in Zahlen: 5!!!) Punkte aus sechs Spielen zu holen. Doch diesmal sollte es tatsächlich anders kommen. Nicht nur, dass das Spiel gegen die (passend zu Halloween hokkaido-orange gekleidete) Traditionself insgesamt recht ansehnlich war (bis auf den “bitteren Mittelteil“), die drei Punkte wurden sogar relativ sicher zu Hause behalten.

Am Ende des Tages bleiben, neben dem Sieg, zwei weitere Punkte, an die ich mich amüsiert erinnern werde:

1. Es waren mehr Japaner als Sinsheim-Fans im Stadion, und das, obwohl Uschida mal wieder nur auf der Bank saß.
2. Das Tor vom Señor. Sollte es tatsächlich ein Handtor gewesen sein, Herr Starke? Natürlich war es das, 100%ig sogar! Mir macht es so jedenfalls doppelt so viel Spaß!

Posted from Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen, Germany.

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Hans Adu Sarpei schläft in weißen Tennissocken.

Wie uncool ist das denn? Richtig. Geht gar nicht.

Was auch nicht geht, ist sich für die perfide Marketing-Aktion der BILD-Zeitung herzugeben.
Noch schlimmer ist es, dafür einen, ich möchte es mal so formulieren – vereinsinternen Runningag – zu missbrauchen.

Was war passiert?

Das web04.de Blog machte aus den bereits bekannten Chuck-Norris Witzen einen Hans Sarpei Clone, was in so fern noch witziger ist, als das Hans Sarpei im Gegensatz zu Rául im unteren Fünftel der Superhelden-Tabelle des Schalke-Kaders rangiert.

Der Verein nahm die Geschichte auf, zerrte Papadopoulos vor die Flipcam, der im sehr respektablen Deutsch, sämtliche Hans-Sarpei Facebook-Gruppen, die sich inzwischen gründeten, vorlas und sich dabei selber vor Lachen krümmte.

Tolles Best-Practice Social-Media Beispiel, im Verein selber entwickelt sich etwas von aussen, der Verein nimmt es auf und verteilt es selber, alle sind froh, gefühlte Mitbestimmung. Wir (Die Fans) und die (der Verein) sind etwas, was mehr als zwei gibt, wenn man eins und eins zusammenzählt.

Durch die Absage von Frontfrau Judith Holofernes der Band “Wir sind Helden”, wissen wir, dass es für eine Bildkampagne 10.000€ für den Prominenten gibt, der diesen an einen karitativen Zweck spendet.
Warum das trotzdem zu verachten ist, steht in ihrem Post viel besser, als ich es jemals formulieren könnte.

Es ist einfach sehr schade, dass die eigene “vereinsinterne”-Geschichte für so etwas missbraucht wurde. Hans Sarpei wirbt nämlich seit neustem auf Webvideos für die Bild-Zeitung und nimmt dabei die Chuck-Norris-Hans-Sarpei-Witze als Grundlage.

Ganz schlechter Stil, für eine ganz üble Sache.

Update 19.10.2011 06:50h: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Chuck Norris sich jemals selbst Chuck-Norris-Witze erzählen würde.

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Pharisäer

Die sonst so milde sind und gut,
Die malen mit der Hand
Des Nächsten Sünde voller Wut
Großzügig an die Wand.

Ach, über ihres Nächsten Mist
Erbosen sich die Herrn –
Den eignen, der genau so ist,
Den riechen sie sehr gern.

(unter einer Zeichnung von Willi Schulz(! – ;-)) in Simplicissimus 1905/06, Jg. 10, Heft 27, Seite 319 vom 03.10.1905)

 


(Screenshots von bild.de)

Posted from Bochum, North Rhine-Westphalia, Germany.

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Laaaaaaaaaangweilig…

Huub Stevens Intimitäten in der BILD, Jefferson Farfan unterschreibt mal wieder – wahlweise in Malaga, oder natürlich in Turin, der Adler soll nach Schalke, der Benitez will das wiederum nicht und der Hunter trifft und trifft und trifft!
Im Westen mal wieder gar nichts Interessantes und vor allem nichts Neues.

Immerhin eine Meldung der letzten 10 Tage hat mich, immerhin ein wenig, aus der Länderspielpausenlethargie reißen können:

Die langfristige Linie des Klubs muss über den kurzfristigen Wünschen des Trainers stehen.
(Huub Stevens)

Kurz und knackig und auf den Punkt. Hoffentlich haben Vorstand und Aufsichtsrat gut zugehört! Da muss also erst der alte Huub kommen um das mal laut auszusprechen! Vielleicht schafft es der Huub ja sogar noch mich zu seinem Fan zu machen. Ich würds mir wünschen!

Ansonsten kann man diese trostlose Zeit wohl am besten für Forderungen nutzen.
Daher: Bier 2€!
Und: Länderspiele abschaffen!
Zumindest in der Saison. Wie wärs denn mit Qualifikationsturnieren während der Sommerpause? Dann hätten sowohl der Platinimichel als auch der Blattersepp jedes zweite Jahr mehrere größere Turnier zu vermarkten. Durch den größeren Arbeitsaufwand hätten die beiden dann zwar weniger Zeit sich um ihre Fußballfamilie zu kümmern, manchen Familien tut es aber durchaus gut, wenn “Papa” öfter weg ist.

Noch 4 Tage!

Posted from Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen, Germany.

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