Dat Parkstadion.

Wenn mich einer fragt, was der Ort der Orte wäre oder eingeschränkter, welches Stadion mein Herz gehört, dann lautet meine Antwort: Dat Parkstadion.

Es ist das Stadion in dem ich die ersten Spiele meines Vereins gesehen habe. In dem ich die schönsten als auch die schrecklichsten Erinnerungen in meinem Leben habe.

Der schönste war bisher der Sieg des UEFA-Pokals, WDR2 hat eine große Party gefahren. Das Parkstadion war etwa zur Hälfte gefüllt. Rudelgucken war noch gar nicht erfunden.

Der schlimmste die verpasste Meisterschaft 2001.

Die Arena war mir schon immer irgendwie kälter. Vielleicht ist es der geglättete Beton oder der dummerweise künstlich angelegte Graben zwischen Spielfeld und Tribünen.

Das Parkstadion hatte auch so einen Graben, jedenfalls sehr lange, und hohe Zäune, auf die man steigen konnte. Es war irgendwie rauer, aber authentisch. Ich will nicht sagen, dass es mir fehlt aber der kuriose und eigenartige Verein Schalke 04 spielte irgendwie in dem Stadion, welches dazu passte. Während in München bereits mit der Eröffnung Schalensitze eingebaut wurde und auch Düsseldorf damit aufwarten konnte, hatte man im Parkstadion bis zum Schluss Sitzbänke. Ausverkauft war es selten und wenn es voll war, war es wirklich voll.

Ich habe deutlich mehr Spiele von Schalke 04 in der Arena gesehen aber deutlich mehr Erinnerung ans Parkstadion.

2-3 Monate nach dem letzten Spiel 2001 bin ich mit einer Kamera ins Parkstadion gelaufen und hab mich ganz persönlich davon verabschiedet.

Ziemlich exakt der Ort, an dem ich das letzte Spiel gegen Unterhaching verfolgt habe. Nach Abpfiff stürmte alles durch das extra vorbereitete Loch im Zaun. Furchtbar.

 

Autobahnperspektive, die einem stets das Gefühl von Heimat gab.

Anzeige Tafel mit Block 5. Ich glaube ich habe die asozialsten Verhaltenswiesen in meinem Leben in Block 5 erlebt. Auch das _war_ eben Schalke. Das Bild “eine Hand am Pott” nach dem Finalhinspiel gegen Inter Mailand werde ich nie vergessen. Ebenso die Audio-Werbung “Heute schon wieder ohne Gummi?” von Reifen Tanski.

Schalke war damals irgendwie Einzigartig. Wir verpflichteten aber auch keine Stürmer von AC Milan oder Real Madrid.

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11 Gedanken zu „Dat Parkstadion.

  1. Sehr schöne Bilder,da kommen manche Erinnerungen wieder hoch! Auch für mich sind die Spiele im Parkstadion irgendwie präsenter.

    Der Block dürfte aber doch Block 4 der Nordkurve sein, oder? Ich habe in Erinnerung,dass die Blöcke 3 und 4 nicht in die “Steh-Sitzplatzkombi” eingebunden waren und reine Stehplätze bleiben! Aus diesem Grund haben wir damals unseren Standort in Block 4 verlegt. Man kam zudem dort immer gut rauf und wieder runter,da aufgrund der Bauart des Zaunes zwischen Block 3 und 4 keiner direkt drunter stehen konnte! Die saßen alle oben drauf bzw.drin!
    (Gut,zum pinkeln ging eh fast niemand nach oben,aber das ist ne andere Geschichte……. :-) )

  2. Das Parkstadion, Mythos und Magie zugleich. Aber auch dafür verantwortlich, dass ich als kleiner Knirps (!) nach dem legendären 6-6 im DFB-Pokal gegen die Bayern (Mai 1984) konsequent den Verein gewechselt habe. Nordkurve, Block 5, Catweazle-Jünger, Gegengerade, Block A, Block I (die lauteste und geilste Haupttribüne auffe ganzen Welt). Bujos Frau zapfte das beste und schnellste Bier der Liga. Uefa-Cup-Sieg 1997, xxx 2001. Bezahlbare Karten – für jeden Schalker. Viele wilde und schlechte Spiele ab Ende der 80er im Stadion gesehen. Nachts mit Freunden ins Stadion und auf den Rasen geklettert, stundenlang Fußball gespielt und beim Abschied noch kurz den Rasen geküsst. Tolle Freundschaften, Bekanntschaften geschlossen und das geliebte Stadion hat einem immer das Gefühl vermittelt, dass die Schüssel genau richtig ist für den S04. Heimat, Verbundenheit, Identifikation und ehrliche Anteilnahme. Noch heute muss ich schlucken, wenn ich mir die Abschiedsvideos bei Youtube anschaue. Mit der Arena hat sich viel verändert, allerdings nicht nur positive Dinge. Der Kommerz und die Eventfans hielten Einzug. Noch heute vergleiche ich die damaligen Zeiten mit der Gegenwart. Ich möchte die Zeit im Parkstadion nicht missen, auf keinen Fall. Für mich immer noch einer der wichtigsten Abschnitte meiner „Fan-Laufbahn“. Und ich bin immer noch wütend und traurig, wie unwürdig das Stadion danach verabschiedet und behandelt wurde. Aber auch das ist Schalke…

  3. @Tobei Gut beschrieben. So ging es mir auch. Block U, T Gegengrade. Oft sehr nass geworden. Dann Block F. Welch ein “Luxus”. Eine gute Zeit.
    Dann kam der Kommerz.

  4. Ich meine auch, daß das Foto Block N4 zeigt. Und ich stand gar nicht weit weg vom Autor, an jenem Tag im Mai 2001, vielleicht ein Stückchen höher in Block 4.

    “Halbzeit. Zeit für eine eiskalte Erfrischung.” Wie oft habe ich im Parkstadion diese Werbung für Coca-Cola gehört. War nach meiner Erinnerung immer der erste Werbejingle in der Halbzeit.

    Ich staune immer, wie viele Bilder aus dem Parkstadion vor meinem inneren Auge auftauchen. Wir sind die “Generation Parkstadion”. Wer hat diesen schönen Begriff geprägt

  5. Die Rolltreppe! Die Rolltreppe, einzigartig damals, auf der die Spieler ins Parkstadion glitten! Die gelungenste Inszenierung seit Hitchcock!

    Und: Der Schlager ‘Der große Zampano!’, gespielt sobald Max Merkel das Stadion betrat.

    Und, und, und….!

    Das war mein Parkstadion.

  6. Vor diesem Loch stand ich 2011 auch. Ich glaube ich war auch schon auf dem Rasen, ehe ich von meinen Freunden zurück in die Nordkurve zum Radio gerufen wurde. Das schlimmste was ich je erlebt habe.

  7. Oh man, da macht sich Wehmut breit. Soviele Spiele klatschnass geworden, gelitten, geflucht und gefreut. Wenn ich dann an die Arena denke macht sich ein Gefuehl von Resignation breit…

  8. Tribüne Block I – da fing am 11.02.1984 mit einem 3:0 gegen RW Oberhausen die große Liebe – die zunächste eher eine lange Leidensphase war – an.

    Ich werde nie diese Faszination vergessen, die das Parkstadion als Kind auf mich ausübte. Unvergessenster Moment: Wiederaufstieg 1991 am letzten Spieltag gegen Darmstadt 98 – sogar der Himmel über GE war blau-weiß.

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